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Warum "Gegen den Tod auf der Organ-Warteliste"?

“Ich habe Dir Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt.
Daher, wähle das Leben, damit Du und Deine Nachkommen leben können.“
5. Buch Mose, 30:19

Unnötiger Tod auf der Warteliste

Viel mehr Menschen als heute bei uns möglich könnte durch eine Organübertragung von einem Verstorbenen lebensrettend geholfen werden. Aber es fehlt an Organen. Der Grund: viele Verstorbene werden ohne Organentnahme bestattet, obwohl sie die Transplantationsmedizin und das Konzept des Hirntods bejahen – ja, obwohl sie einer Organentnahme zugestimmt haben. Aber sie haben es nicht ausreichend dokumentiert und den Verwandten nicht mitgeteilt.

Wichtiger Grund: die deutsche „Entscheidungslösung“

Die meisten anderen europäischen Länder machen es viel besser. Dort gilt die Widerspruchslösung. Die Fachwelt ist sich zwar einig, dass  die Streichung der Entscheidungslösung zugunsten der Widerspruchslösung noch nicht ausreichen würde, um zu den anderen europäischen Ländern aufzuschließen. Aber es wäre ein wichtiger Schritt. Zusätzlich sind auch folgende Reformen notwendig: Professionalisierung der Abläufe in den Krankenhäusern, in  denen Organentnahmen in Frage kommen; die Möglichkeit der Organentnahme nach dem Stillstand von Herz und Kreislauf; die Schaffung eines Registers von Paaren, die zur Lebendspende bereit sind, dies aber aus medizinischen Gründen nicht können.

Der Organmangel fördert illegales Verhalten von Ärzten und Patienten

Die zu Recht heftig kritisierte Fälschung von Patientendaten durch Transplantationsärzte an einigen Kliniken in Deutschland ist – nach allem, was man weiß – ausschließlich vom Mangel an transplantierbaren Organen verursacht. Das gleiche gilt für das ebenfalls illegale Verhalten von Nierenpatienten, die sich im Ausland ein Organ beschaffen. Der Mangel fördert illegales Verhalten von Ärzten und Patienten. Der Mangel ist systembedingt.

Das herrschende System ist unfair.

Die Regeln des herrschenden Systems sind nicht nur mitverantwortlich für den vermeidbaren Tod auf der Warteliste, sondern das System ist auch unfair. Denn es toleriert das Verhalten “Nehmen um zu leben? Ja selbstverständlich! – Geben nach dem Tod, damit andere leben? Sehn wir mal”.  Diese Einstellung ist nicht nur inkonsequent –  man kann sie auch als unmoralisch bezeichnen. Sie wird oft mit der Freiheit und Autonomie des Menschen gerechtfertigt.

Demgegenüber ist die Widerspruchslösung fairer. Auch hier (in der üblichen und auch von uns geforderten Version) wird jemand, der einer Organentnahme nach seinem Tod widerspricht,  beim Zugang zu einem postmortal gespendeten Organ nicht benachteiligt. Der Vorteil (selbst dieser milden Version einer Widerspruchslösung) ist: Es gibt weniger Fälle von Menschen, die trotz ihrer grundsätzlichen Akzeptanz von Hirntod und Transplantation letzlich als Organspender doch nicht in Frage kommen.

Schliesslich: im gegenwärtigen System haben die Betroffenen nicht wirklich eine Stimme im politischen Kampf um ihre Interessen. Das soll sich ändern.

Finanzielle Unterstützung

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Eine Mahnung von 1970 (!) -- leider immer noch angebracht

"Bei der Organtransplantation muss die Gesellschaft letztlich eine harte Entscheidung treffen: Vorrang für das Leben oder für Tabus?"

Jesse Dukeminier Jr.

Persönlich betroffen

Die Interessen der persönlich und familiär vom Organmangel Betroffenen -- auch die der zukünftig Betroffenen -- finden politisch nur unzureichend Gehör. Durch Bildungsarbeit, Aufklärung und gute Argumente setzen wir uns für Reformen ein, die allen nützen.